Bundesaußenminister Heiko Maas hat die Vereinten Nationen aufgefordert, den Kampf gegen die Erderwärmung zu ihrer „obersten Priorität“ zu machen. Die Folgen des Klimawandels heizten Konflikte an, somit sei der Frieden akut gefährdet, warnte Maas (Bild oben) während einer Sitzung des Weltsicherheitsrates. Die Erderwärmung wirke sich zudem „negativ auf soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung“ aus, sagte er in einer offenen Online-Debatte des New Yorker UN-Gremiums zu diesem Thema. Der deutsche Außenminister sprach im Namen von 54 Mitgliedsstaaten der „Freundesgruppe Klima und Sicherheit“.

Geschädigte Ökosysteme und Artenverlust bedrohten die Ernährungssicherheit, führte Maas weiter aus. Dabei litten die Ärmsten und Schwächsten am meisten. „Doch wir können und müssen unsere Widerstandsfähigkeit erhöhen. Hierbei spielen die Vereinten Nationen eine zentrale Rolle“, unterstrich Maas.

Hat in Berlin alles auf dem Schirm: Heiko Maas (r.)

„Es gibt keinen Weg zurück“

Auch der britische Premierminister Boris Johnson, der den Vorsitz der virtuellen Beratungen innehatte, nannte den Klimawandel eine „Bedrohung für unsere kollektive Sicherheit und die Sicherheit unserer Nationen“. Großbritannien richtet im November die Weltklimakonferenz COP26 in Glasgow aus.

„Ob Sie es mögen oder nicht: Es ist eine Frage der Zeit, wann Ihr Land und Ihre Bevölkerung sich mit den Sicherheitsfolgen des Klimawandels auseinandersetzen muss – nicht ob“, so Johnson. Er führte als Beispiel Bauern an, die mit klimabedingten Ernteausfällen zu kämpfen hätten und deshalb leichter zu radikalem Protest getrieben werden könnten.

Unterstützt wurde Johnson vom bekannten Naturforscher David Attenborough, der die Gefahr für die menschliche Zivilisation mit jener durch den Zweiten Weltkrieg verglich. Die Bedrohung durch die Erderwärmung spalte die Welt aber nicht, sagte Attenborough. „Diese Bedrohungen sollten uns vereinen, egal von welchem Teil der Welt wir kommen, denn wir sind alle mit ihnen…