Vor knapp zwei Monaten hat Großbritannien die Europäische Union verlassen. Nun moniert die britische Regierung die ersten Auswirkungen des Brexits – im Streit um den Importstopp der EU für bestimmte Meeresfrüchte. »Es gibt keine wissenschaftliche oder technische Rechtfertigung für die Europäische Kommission, den Import von lebenden Muscheln aus Gewässern der Klasse B zu verbieten«, sagte eine Sprecherin des britischen Umweltministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa. Das Haus sieht entsprechend die heimische Wirtschaft in Gefahr.

Nach einer EU-Einteilung sind Gewässer der Klasse A die saubersten, darauf folgt die Kategorie B. Weichtiere aus Gewässern der Kategorie A können den Bestimmungen zufolge in die EU importiert werden, ohne vorher noch gereinigt zu werden. Die meisten britischen Gewässer gehören aber zur Klasse B.

»Das schädigt Märkte auf beiden Seiten«

Die EU unterbindet die Einfuhr von bestimmten Schalentieren – etwa der Kategorie B – aus dem Vereinigten Königreich, ebenso wie aus anderen Drittstaaten. Begründung ist, dass nach dem EU-Austritt Lebensmittelstandards und Überwachung abweichen könnten und diese Meeresfrüchte gesundheitlich besonders heikel seien. »Das wirkt sich schon jetzt auf Unternehmen aus und schädigt Märkte auf beiden Seiten des Kanals«, sagte die britische Ministeriumssprecherin.

Man fordere dringend eine Lösung dieses Problems und habe die Kommission zu einem Treffen aufgefordert. Gleichzeitig sei man bereit, weitere Belege vorzulegen, die die Qualität der britischen Produkte untermauern würden. »Dabei müssen aber die existierenden hohen Standards und die Geschichte unseres Handels berücksichtigt werden«, hieß es aus dem Ministerium.

Lange Kontrollen und Formalien an den Grenzen

Einem Bericht des »Telegraph« zufolge sollen in britischen Regierungskreisen als Reaktion bereits mögliche Beschränkungen für den Import von EU-Produkten nach Großbritannien diskutiert werden. Dafür gab es zunächst…