Auch nach gut zwei Jahren »Wohnraumoffensive« der Bundesregierung sind nach Ansicht der Immobilienbranche wichtige Probleme ungelöst. Bezahlbare Wohnungen und Bauland in den Großstädten blieben knapp, sagte Andreas Ibel, der Präsident des Bundesverbandes Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen.

Mit weiteren Branchenvertretern forderte Ibel mehr Tempo auf dem Weg zu mehr bezahlbaren Wohnungen. Es seien zwar richtige Weichen gestellt worden, aber: »Es braucht einen Ruck, eine Bazooka«. Mit diesem Begriff hatte Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) im vergangenen Jahr tendenziell unbegrenzte Hilfen gegen die Coronakrise angekündigt.

Die Bundesregierung zog auf einem »Wohnraumgipfel« am Dienstag hingegen eine überwiegend positive Zwischenbilanz der im September 2018 vereinbarten Wohnraumoffensive. »Die Bilanz kann sich aus meiner Sicht wirklich sehen lassen«, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Das Ziel, 1,5 Millionen Wohnungen in dieser Legislaturperiode zu bauen, sei »nicht außer Reichweite«. Klar sei aber auch, dass der Wohnungsbau eine »permanente Aufgabe« bleibe.

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) betonte, die Regierung habe »alle zentralen Punkte umgesetzt«. Im vergangenen Jahr seien etwa trotz der Pandemie 300.000 Wohnungen gebaut worden. Das sei der höchste Stand seit 20 Jahren. »Schöne Ergebnisse« hätten auch die fünf Milliarden Euro gebracht, die der Bund in dieser Legislaturperiode für den sozialen Wohnungsbau ausgebe. Hier würden 115.000 Wohnungen gebaut und damit so viele wie noch nie.

Dass die Regierung ihr selbstgesteckte Ziel von 1,5 Millionen neuen Wohnungen in dieser Wahlperiode verfehlen dürfte, bescheinigt ihr jedoch auch die staatlichen Förderbank KfW. Der Wohnungsneubau lege zwar trotz Coronakrise zu, teilte die KfW mit. Im gesamten Zeitraum von 2018 bis 2021 würden aber höchstens etwa 1,2 Millionen Wohnungen fertiggestellt.

Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD Anfang 2018 vereinbart: »Wir wollen erreichen,…