Was setzt sich in den USA zuerst durch: Die Corona-Müdigkeit der Menschen, die massive Impfkampagne oder die ansteckenderen Virus-Varianten? Es ist ein Wettrennen, bei dem es um Leben und Tod geht. Die Zahl der Neuinfektionen in den USA geht deutlich zurück und jeden Tag werden im Schnitt rund 1,7 Millionen Menschen geimpft. Im Kampf zur Eindämmung der Pandemie gibt es daher vorsichtigen Grund zur Hoffnung. Doch wegen der gefährlichen Virus-Varianten könnte es neue Rückschläge geben.

Am Montag überschritten die USA die traurige Schwelle von einer halben Million Corona-Toten. Nach Daten der Universität Johns Hopkins gab es 500.071 Todesfälle nach einer Infektion – mehr als in jedem anderen Land der Welt. Hinter der unfassbaren Zahl verbirgt sich das Leid und der Tod unzähliger Omas, Opas, Väter, Mütter, Töchter, Söhne, Freunde und Nachbarn. Millionen Angehörige und Freunde trauern um ihre Lieben, denen sie in ihren letzten Stunden oft nicht nahe sein konnten, von denen sie sich häufig nicht gebührend verabschieden konnten.

Mehr Tote als durch viele Kriege

„Damit sind in einem einzigen Jahr wegen dieser Pandemie mehr Amerikaner gestorben als im Ersten Weltkrieg, dem Zweiten Weltkrieg und dem Vietnamkrieg zusammengenommen», erklärte US-Präsident Joe Biden am Montag. Er ordnete an, die Flaggen im Land für fünf Tage auf Halbmast zu setzen, um der Toten zu gedenken.

Im Gedenken vereint: Joe Biden und Ehefrau Jill, rechts Vize-Präsidentin Kamala Harris und ihr Mann Doug Emhoff

Die Behörden in den USA, einem Land mit rund 330 Millionen Einwohnern, haben bislang gut 28 Millionen bestätigte Infektionen gemeldet. Täglich kommen im Schnitt knapp 70.000 Neuinfektionen dazu, der niedrigste Wert seit Ende Oktober. Auch die Neuaufnahmen in Krankenhäusern gehen zurück. Doch weiter sterben durchschnittlich pro Tag mehr als 2000 Menschen nach einer Infektion. Das sind an eineinhalb Tagen mehr Opfer als einst bei den Anschlägen vom 11. September 2001. Einem viel…