Die Regierung in Kinshasa hatte zunächst Hutu-Rebellen der FDLR (Forces démocratiques pour la libération du Rwanda) aus dem benachbarten Ruanda der Tat verdächtigt. In einer Erklärung bestreiten diese aber eine Beteiligung an der Tötung des italienischen Botschafters Luca Attanasio. Ihre Milizen befänden sich weit entfernt vom Tatort in der Demokratischen Republik Kongo, den die Armee kontrolliere.

„Die FDLR hat nichts mit diesem Verbrechen zu tun“, sagte deren Sprecher Cure Ngoma der Deutschen Welle. Die vermeintliche Verantwortung der FDLR daran festzumachen, dass die Angreifer Kinyarwanda, die Hauptsprache des Nachbarlandes Ruanda, gesprochen hätten, reiche als Beweis nicht aus. „Wir sind hier in einer Region, in der sehr viele Kinyarwanda sprechen.“

Er sehe die Verantwortung eher bei der kongolesischen Armee, sagte Ngoma der DW. Die FDLR sei bereit, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten, um „diese schmutzige Angelegenheit aufzuklären“.  

Der Leichnam Luca Attanasios wird nach Italien überführt

Tatsächlich gibt es zahlreiche Verdächtige, von Anhängern unzähliger kleinerer Milizen bis hin zu kriminellen Banden. Die Demokratische Republik Kongo hat mit zahlreichen Konflikten zu kämpfen, vor allem im Osten des riesigen zentralafrikanischen Landes. In Nord-Kivu und den drei anderen östlichen Provinzen bekämpfen sich zahlreiche Milizen, dabei geht es unter anderem um die Kontrolle der wertvollen Bodenschätze. Allein im vergangenen Jahr wurden nach Angaben der Vereinten Nationen dabei mehr als 2000 Zivilisten getötet.

Überfall auf WFP-Konvoi

Das Gebiet in der Provinz Nord-Kivu, in dem der italienische Botschafter Attanasio Opfer eines Überfalls wurde, liegt im Süden des Virunga-Nationalparks an der Grenze zu Uganda und Ruanda. Überfallen wurde ein Konvoi des Welternährungsprogramms (WFP), dem sich der Botschafter angeschlossen hatte. Ziel des Konvois, der von Goma aus unterwegs war, war ein Schulspeisungsprojekt in der…