Der Ex-Chef der Polizei des US-Kapitols, Steven Sund, hat nun schwere Vorwürfe gegen die Bundespolizei FBI erhoben. Mangelnde Informationen seien mitverantwortlich für den Angriff auf den Kongresssitz gewesen, sagte Sund bei der Anhörung. Die Behörden hätten in keiner Weise die Geschehnisse am 6. Januar vorausgesagt.

Sein Team habe sich vorbereitet auf eine Großdemonstration mit Gewaltpotenzial. Stattdessen habe man es mit einer »militärisch koordinierten Attacke« und »gewaltsamen Übernahme des Kapitol-Gebäudes« zu tun gehabt. Sund betonte, die Polizei sei auf Informationen aus dem Geheimdienstapparat angewiesen. »Wir verlassen uns darauf, dass diese Informationen absolut korrekt sind.«

Wie die »New York Times« berichtet, kam es bei der Kommunikation mit dem FBI offenbar zu schwerwiegenden Fehlern. Zwar sei die Kapitol-Polizei am Tag vor dem Sturm auf das US-Kapitol in einem Bericht über Beiträge in den sozialen Medien informiert worden, wonach ein Angriff auf das Kapitol bevorstehe. Dieser Bericht habe ihn persönlich jedoch nie erreicht, sagte Sund.

Kritik auch aus dem Repräsentantenhaus

Auch andere hochrangige Sicherheitsbeamte aus dem Kongress beklagten bei der Anhörung im Senat Versäumnisse der Geheimdienstbehörden. Der frühere oberste Sicherheitsbeamte des Repräsentantenhauses, Paul Irving, sagte, vorausgesagt gewesen sei, dass die Ereignisse vorherigen Aufmärschen von Anhängern des damaligen US-Präsidenten Donald Trump ähneln würden. Darauf habe er sich verlassen.

Beim Sturm auf das Kapitol hatten Anhänger des abgewählten und inzwischen aus dem Amt geschiedenen Präsidenten Trump während einer Sitzung des Kongresses das Kapitol gestürmt und dort Chaos und Verwüstung angerichtet. Die Sicherheitskräfte des Parlaments waren dem Ansturm nicht gewachsen. Mindestens fünf Menschen kamen bei den Krawallen ums Leben, darunter ein Polizist.

Sund, Irving sowie der damalige oberste Sicherheitsbeamte des Senats, Michael Stenger, waren nach der Attacke…