Das Bach-Archiv Leipzig sorgt immer wieder für Schlagzeilen, wenn es um spektakuläre Ankäufe oder Schenkungen von Dokumenten rund um den Komponisten Johann Sebastian Bach geht: 2015 erbte das Archiv ein wertvolles authentisches Bachportrait des Malers Elias Gottlob Haußmann, das aus den USA nach Leipzig zurückkehrte. 2017 war es dann eine Handschrift der berühmten Kantate „Oh Ewigkeit, du Donnerwort“, die für knapp zwei Millionen Euro den Besitzer wechselte.

Das berühmte Bach-Portrait von Elias Gottlob Haußmann kehrte 2015 nach Leipzig zurück und wurde bei der Eröffnung des Bachfestes enthüllt

Für die Weltöffentlichkeit überraschend konnte das Archiv jetzt ein Exemplar der ersten Bach-Gesamtausgabe erwerben, das aus dem Besitz des Komponisten Gustav Mahler stammt. Der wiederum hat handschriftliche Notizen in der Ausgabe hinterlassen, die sowohl für Bach- als auch für Mahler-Experten von großem Wert sind. Bislang schlummerte dieser Schatz im Verborgenen – erst jetzt kommt er an die Öffentlichkeit.

Ein Schmuckstück für das Bach-Archiv

Das Bach-Archiv Leipzig erforscht das Leben und Werk von Johann Sebastian Bach und seiner weit verzweigten Musikerfamilie. In Leipzig war Johann Sebastian Bach von 1723 bis zu seinem Tod 1750 Thomaskantor. Zum jährlichen Bachfest, das vom Bach-Archiv organisiert wird, kommen über 70.000 Besucher aus aller Welt, um Bachs Musik an Original-Schauplätzen zu erleben.

Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig, blättert in den Autographen von Gustav Mahler

Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs, verspricht sich vom Kauf der Gesamtausgabe einen neuen Impuls für die Forschung. Zu Bachs Rezeptionsgeschichte gäbe es schon viel Material aus dem 19. Jahrhundert. Anhand der Anmerkungen von Gustav Mahler in seiner Ausgabe könne man nun mehr darüber erfahren, wie Bachs Musik Anfang des 20. Jahrhunderts gespielt und interpretiert wurde, so Wollny im Gespräch mit der DW. „Außerdem sind es attraktive Bände mit schönen…