Mehr als drei Jahre nach dem Autobomben-Mord an der Journalistin Daphne Caruana Galizia in Malta hat ein Gericht einen von drei Angeklagten zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Mann hatte sich kurz zuvor in dem Prozess überraschend schuldig bekannt. Das Bekenntnis sei beim Strafmaß berücksichtigt worden, sagte die Richterin bei der Urteilsverkündung.

Das Geständnis ist eine Wende in dem Verfahren in Valletta, in dem drei Männer wegen Mordes angeklagt sind und bisher ihre Schuld bestritten hatten. Die anderen beiden Männer änderten ihre Aussagen zunächst nicht.

Am Dienstag wurde zudem bekannt, dass drei weitere Personen im Zusammenhang mit dem Mordfall festgesetzt wurden. Laut Polizei wurden drei Männer festgenommen, die im Verdacht stehen, den Sprengsatz bereitgestellt zu haben, der beim Anschlag auf die Bloggerin verwendet wurde.

Der Mord an der Journalistin in einem EU-Land hatte weltweit für Aufsehen gesorgt und führte zu einer Reihe von Rücktritten auf höchster politischer Ebene in Malta. Galizia hatte über Korruption in Politik und Wirtschaft in ihrem Land berichtet. Darin verwickelt waren nach ihren Recherchen auch Mitglieder der Regierung.

In Malta läuft außerdem ein weiteres Verfahren gegen einen mutmaßlichen Drahtzieher der Tat. Der einflussreiche Geschäftsmann wurde 2019 vor der Küste Maltas auf seiner Jacht festgenommen, als er versuchte zu fliehen. Die Anhörungen in seinem Fall haben noch nicht begonnen. Die Familie der Ermordeten hält ihn für den möglichen Auftraggeber des Mordes.

Icon: Der Spiegel