Es sind nicht mehr Zehntausende Menschen, die durch die Straßen der Städte ziehen. Der Protest gegen Wohnungsnot und überteuerte Mieten ist in Zeiten der Pandemie leiser geworden. Zuletzt äußerte ein breites Bündnis von 34 Organisationen und Verbänden der Bau- und Immobilienbranche seinen Unmut zumindest in schriftlicher Form.

In einem Brief an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) schreiben sie, das Wahljahr drohe zum »Corona-Wohnkrisen-Jahr« zu werden. Eine zweite Wohnraumoffensive sei erforderlich.

Eine erste hatten Bund, Länder und Kommunen zusammen mit mehr als einem Dutzend Verbände der Immobilien- und Wohnungsbranche im September 2018 beschlossen. An diesem Dienstag wollen die Beteiligten nun gemeinsam eine Bilanz ziehen.

Bundesbauminister Horst Seehofer (CSU) teilte vorab mit, die vereinbarten Maßnahmen seien umgesetzt worden und führte zum Beleg eine nahezu abgearbeitete Checkliste an. Aber fällt die Bilanz wirklich so positiv aus? Ein Blick auf die Probleme des deutschen Wohnungsmarkts zeigt, dass die Frage nach Baugebieten für Einfamilienhäuser nicht das drängendste ist.