Bei vielen „an und mit Corona“ Verstorbenen legt eine genauere Untersuchung ganz andere Todesursachen nahe.

Ein Kommentar von Wolfgang Jeschke.

Seit 30 Jahren befasst sich der erfahrene Gerichtsmediziner Dr. Dietmar Benz mit Todesursachen. Er hat etwa 5.000 gerichtliche Obduktionen durchgeführt. In zahllosen Gerichtsprotokollen finden sich seine Bewertungen im Zusammenhang mit Unfällen oder Straftaten wieder. Seit vielen Jahren führt Benz in Baden-Württemberg in mehreren Krematorien die sogenannte Feuerbestattungsleichenschau durch. Dadurch hat er einen Überblick über etwa 20 Prozent aller zur Kremation gelangten natürlichen Todesfälle dieses Bundeslandes. Über 120.000 Verstorbene hat Dr. Benz in seiner Zeit als Rechtsmediziner vor der Feuerbestattung untersucht. Eine Beobachtung macht ihn seit Beginn der Pandemie stutzig: Bei einem großen Teil der von ihm untersuchten Fälle, die laut Totenschein an COVID-19 verstorben sein sollen, gibt es erhebliche Zweifel an dieser Todesursache.

Wer stirbt an COVID-19? Und wenn ja: wie viele? Gerichtsmediziner fordern eine bessere Fallanalyse

Im Corona-Jahr 2020 sprangen dem erfahrenen Gerichtsmediziner einige Auffälligkeiten ins Auge. Und nicht nur ihm — auch etliche Kollegen in Deutschland machen die gleiche Beobachtung: Bei Leichenschauen zeigt sich, dass viele Verstorbene, denen als Todesursache „Covid-19“ im Totenschein attestiert wurde, eine andere Todesursache gehabt haben dürften. „Ich hielt es für geboten, auf diesen Umstand hinzuweisen und die beobachteten Tatsachen zu vermitteln“, sagt Dr. Dietmar Benz.

„Schließlich haben die Zahlen der an Covid-19 verstorbenen Menschen unmittelbare Auswirkung auf die getroffenen epidemiologischen und politischen Entscheidungen. Ich stehe ja als Rechtsmediziner sozusagen am Ende des Corona-Geschehens und habe den letzten Blick auf die Verstorbenen. Und was ich dabei täglich sehe, lässt erhebliche Zweifel aufkommen und gibt…