Villeneuve-d’Ascq, Frankreich
Französische Forscher entwickeln einen Covid-19-Schnelltest, der direkt am Smartphone angeschlossen werden soll. Für den Prototypentest verwenden sie winzige Antikörperpartikel, sogenannte Nanokörper, von Tieren aus der Familie der Kamele – weil diese stabiler sind als Antikörper anderer Lebewesen.

Die Forscher arbeiten seit knapp einem Jahr an einem Prototyp. Und so einfach soll »CorDial-1« funktionieren:

Sabine Szunerits, Professorin für Nanomaterialien Universität Lille
»Jemand macht einen Nasenabstrich bei Ihnen und legt die Probe direkt auf die Elektrode. Sie können derweil das Telefon auf den Tisch legen, einen Kaffee trinken, Eis essen, duschen gehen – und nach zehn Minuten kommt ein Mittel aufs Interface, und dann sagt einem das Signal, ob man Covid-positiv oder negativ ist.«

Der Testverlauf: Für den Covid-19-Test werden die Nanokörper auf die Oberfläche einer Elektrode gepfropft. Wenn diese Nanokörper mit dem sogenannten »Spike«-Protein des Covid-19-Virus in Kontakt kommen, interagieren sie – und erzeugen an den Elektroden eine Änderung des elektrischen Stroms. Wird das Testgerät wie ein USB-Stick an das Smartphone angeschlossen, wird das Stromsignal in einer Grafik angezeigt.

Der Test ist noch nicht zugelassen, aber erste Ergebnisse stimmen die Forscher optimistisch. Die ersten 300 Proben sollen eine Genauigkeitsrate von 90 Prozent zeigen – im Vergleich zu einem PCR-Test, der im Labor gemacht wurde.

Für Elektrochemiker Christopher Demaille, der nicht an dem Projekt beteiligt ist, hat das Prototyp potenzial:

Christopher Demaille, Leitender Forscher Universität von Paris
»Diese Techniken nutzen Elektrochemie, es ist leicht transportierbar. Ich bin zuversichtlich, dass es überall eingesetzt werden kann.«
Noch sind die Anfertigungskosten der Elektroden hoch, doch die Forscher hoffen, dass die Hersteller dafür eine günstigere Lösung finden. Im nächsten Schritt wollen die Forscher eine dreimonatige Probephase mit mehr…