Die Mutationen stellen die Impfstoffhersteller vor gleich mehrere Herausforderungen. Zum einen müssen sie versuchen, ihre Impfstoffe an die Veränderungen von Sars-CoV-2 anzupassen. Das Mittel von AstraZeneca beispielsweise schützt wohl nicht vor moderaten Covid-Verläufen, die von der neuen südafrikanischen Virusvariante B.1.351 ausgelöst werden. Das gilt wohl auch für das Mittel von Biontech und Pfizer.

Immerhin sind bei der mRNA-Technologie, auf der die Vakzine von Biontech und Moderna beruhen, Anpassungen innerhalb von einigen Wochen möglich. Bei den Vektorimpfstoffen, wie sie etwa AstraZeneca herstellt, würde das deutlich länger dauern, möglich ist es aber.

Dennoch steht am Ende eine Frage: Wie gehen die Zulassungsbehörden mit den angepassten Mitteln um? Wenn die Hersteller erneut aufwendige klinische Studien vorlegen müssen, wird viel wertvolle Zeit vergehen, ehe sie eingesetzt werden können.

In den USA ist dazu nun eine wichtige Entscheidung gefallen: Die für Medikamentenzulassung verantwortliche Food and Drug Administration (FDA) teilte mit, dass Impfstoffentwickler keine langwierigen, randomisierten Studien für solche Impfstoffe durchführen müssen, die zum Schutz gegen die betreffenden Coronavirus-Varianten angepasst wurden.

Stattdessen reichen kleinere Studien aus, wie sie beispielsweise auch durchgeführt werden, um die jährlichen Grippeimpfstoffe an Virenveränderungen anzupassen. Das dürfte den Zulassungsprozess erheblich beschleunigen.

Am Montag hat die FDA mehrere Dokumente zu dem Thema vorgestellt. Dabei ging es auch um die Anpassung von diagnostischen Tests an die neuen Varianten. Derzeit beunruhigen Forscher vor allem drei Mutationen: eine tauchte in Großbritannien erstmals auf, dazu eine in Südafrika und eine weitere in Brasilien.

»Das Auftauchen dieser Virusvarianten wirft Fragen zu der Leistungsfähigkeit dieser Produkte auf«, sagte Janet Woodcock von der FDA. Arzneimittelhersteller sollten nicht warten, bis ein mutiertes Virus durch…