Es ist in Deutschland schon fast ein vertrautes Ritual: Kurz vor der Ministerpräsidentenkonferenz, bei der Deutschlands Landesfürsten regelmäßig mit der Kanzlerin um die Corona-Maßnahmen ringen, wächst die Zahl der öffentlich vorgetragenen Forderungen durch unterschiedlichste Interessenvertreter.

So ist es auch dieses Mal: Die nächste Konferenz von Angela Merkel (CDU) mit den Regierungschefs der Bundesländer steht am Mittwoch kommender Woche an. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie gelten bis übernächsten Sonntag. Wie es dann weitergeht, ist unklar.

In dieser Situation kollidieren wieder einmal die Forderungen nach konkreten Öffnungsperspektiven einerseits und die Warnungen vor voreiligen Lockerungen andererseits. Auf der einen Seite fordert beispielsweise das Gastgewerbe, Bund und Länder müssten ein realistisches Szenario für die Wiederöffnung von Restaurants entwickeln. Auch Malu Dreyer, Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz hat einen konkreten Stufenplan für den Weg aus den Corona-Beschränkungen gefordert. Ein solcher Plan müsse an klare Inzidenzwerte, Testmöglichkeiten und die Impfquote gekoppelt werden, sagte sie der »Rheinischen Post«.

Zu den warnenden Stimmen vor einer weiteren Abschwächung der Auflagen gehörten dagegen die Intensivmediziner. Bund und Länder müssten jetzt aufpassen, »das Spiel in der Verlängerung nicht zu verlieren«, hatte Christian Karagiannidis, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Internistische Intensiv- und Notfallmedizin gesagt. Um eine dritte Corona-Welle zu verhindern, sollte es vor April eine Rückkehr zu einem nur leichten Shutdown wie im November geben.

Laut dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach rollt die dritte Welle des Virus bereits unaufhaltsam heran. Lauterbach geht davon aus, dass Öffnungen verschoben werden müssen. Die von Bund und Ländern angestrebte Sieben-Tage-Inzidenz von 35 lasse sich an vielen Orten nicht mehr erreichen. Der Wert, der angibt, wie viele Menschen sich pro…