Die USA wollen das internationale Atomabkommen mit dem Iran nach eigenen Worten fortsetzen und stärken. Gemeinsam mit den internationalen Partnern werde die US-Regierung darauf hinwirken, bekräftigte Außenminister Antony Blinken in einem Beitrag für die UN-Konferenz für Abrüstung in Genf.

Allerdings habe die Regierung in Teheran die Auflagen des Abkommens zu erfüllen. Hierzu gehörten auch die Kontrollen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA). Außer dem Nuklearprogramm der Islamischen Republik müssten auch deren destabilisierendes Verhalten in der Region und das Raketenprogramm angesprochen werden, erklärte Blinken.

Chamenei: „Wir knicken unter Druck nicht ein“

Der Iran und die IAEA hatten am Sonntag eine Übergangslösung gefunden, mit der die Vereinbarung gerettet werden soll. IAEA-Chef Rafael Grossi teilte mit, seine Organisation könne ihre Kontrollen vorerst fortsetzen, allerdings in eingeschränkter Form. So hätten die Inspektoren für drei Monate keinen Zugang zu militärischen Arealen außerhalb der Atomanlagen, die möglicherweise mit Atomaktivitäten in Verbindung stehen. Um zu einer „stabilen Situation“ zu kommen, bedürfe es „politischer Verhandlungen“, sagte Grossi. „Das fällt nicht in meine Zuständigkeit.“

„Politische Verhandlungen fallen nicht in meine Zuständigkeit“: IAEA-Chef Rafael Grossi am Sonntag

Die iranische Regierung sprach von einem „diplomatisch und technisch sehr wichtigen Ergebnis“. Außenminister Mohammed Dschawad Sarif sagte dem staatlichen Sender Press TV, die IAEA habe weiterhin die Möglichkeit zu verifizieren, „dass das iranische Nuklearprogramm friedlich bleibt“. Der Oberste Führer Ajatollah Ali Chamenei erklärte indes, sein Land werde „nicht unter Druck einknicken“.

Jeder sieht den anderen am Zug

Die Inspektionen sind zentraler Bestandteil des internationalen Atomabkommens von 2015, das den Iran am Bau von Nuklearwaffen hindern soll. Bei Vertragstreue wurde Teheran in Aussicht gestellt,…