„Folter, Schläge, Todesfälle“
Russische Straflager, die „Hölle auf Erden“: Was Kremlgegner Nawalny in Haft erwartet

Sehen Sie im Video: Kreml-Kritiker Nawalny muss nach bestätigtem Urteil zweieinhalb Jahre in Haft.

Der russische Regierungskritiker Alexej Nawalny ist mit seinem Berufungsverfahren gegen eine mehrjährige Haftstrafe gescheitert. Lediglich sechs Wochen wurden von den ursprünglich dreieinhalb Jahren Haft abgezogen, so die Entscheidung des Gerichts in Moskau am Samstag. „Na toll, sie haben das Urteil um anderthalb Monate verkürzt“, kommentierte Nawalny sarkastisch die Urteilsverkündung. Vorgeworfen wird Nawalny, dass er gegen Bewährungsauflagen aus einer früheren Verurteilung wegen untreue verstoßen habe. Auflagen, die er nicht erfüllen konnte, weil er zur Genesung in Deutschland gewesen sei, so Nawalnys Aussage vor dem Richter. Die ganze Welt habe doch gewusst, wo er sich aufhalte, und er sei nach Russland zurückgekehrt, sobald es ihm möglich war. Nawalnys Anwalt Vadim Kobzev erklärte im Anschluss, das Urteil sei erwartbar und ungerecht: „Hätte das Gericht die Auffassung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte akzeptiert, wäre er jetzt frei.“ Nun werde man Berufung in einer höheren Instanz einlegen, so der Anwalt.

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In Russlands Straflagern herrschen „unmenschliche“ Zustände. Viele Prominente schilderten die brutalen Verhältnisse dort. Nun soll auch Kremlgegner Alexej Nawalny in eine solche Haftanstalt. Was erwartet ihn?