In Myanmar weiten sich die Proteste gegen die Junta aus. Am Montag fanden Berichten zufolge die bislang größten Demonstrationen seit dem Putsch vor rund drei Wochen statt. Im Rahmen eines Generalstreiks gingen in allen Landesteilen Zehntausende Menschen auf die Straßen.

Besonders hoch war die Teilnahme an Kundgebungen in der früheren Hauptstadt Yangon im Süden, in der Großstadt Mandalay im Norden und in der Hauptstadt Naypyidaw. Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren riesige Menschenmassen zu sehen.

Obwohl seit Beginn der Proteste mindestens drei Demonstranten von Einsatzkräften erschossen worden waren, wollten sich die Gegner der neuen Junta nicht einschüchtern lassen, berichteten Medien in dem südostasiatischen Land. »Wenn wir Widerstand gegen die Diktatur leisten, könnten sie uns erschießen. Das wissen alle. Aber wir müssen uns der Diktatur widersetzen, es ist unsere Pflicht«, zitierte das Portal »Frontier Myanmar« einen Aktivisten.

»Gewöhnliche Menschen in Myanmar beteiligen sich an einem außergewöhnlichen Akt, um ihren Widerstand gegen den brutalen Militärputsch trotz Morden, Gewalt und Einschüchterungen durch Sicherheitskräfte zu demonstrieren«, schrieb die Aktivistengruppe »Gerechtigkeit für Myanmar« auf Twitter.

Medien im Besitz des Militärs warnten allerdings vor weiteren Aktionen am Montag. »Die Demonstranten stacheln jetzt die Menschen – besonders die emotionalen Teenager und Jugendlichen – zu einem Konfrontationskurs an, bei dem sie ihr Leben lassen werden«, hieß es im staatlichen Fernsehen MRTV.

Die Armee hatte sich in der Nacht zum 1. Februar zurück an die Macht geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi sowie viele Mitglieder ihrer Regierung in Gewahrsam genommen. Seither wurden zahlreiche weitere Politiker, Aktivisten und Demonstranten festgenommen.

Die Außenminister der EU-Staaten wollten an diesem Montag über die Lage beraten. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hatte das Militär am Samstag…