Die Monde Phobos und Deimos des Mars geben Astronomen Rätsel auf. Wie genau sie entstanden sind, ist noch immer unklar. Nun präsentieren Forschende aus der Schweiz und den USA eine neue Erklärung: Demnach bildeten sie ursprünglich einen einzigen, großen Mond, der vor ein bis drei Milliarden Jahren auseinanderbrach.

Das Forschungsteam hat für die Analyse erstmals Daten der Mars-Mission »Insight« ausgewertet, berichten sie im Fachblatt »Nature Astronomy«. Die Sonde »Insight« war im November 2018 erfolgreich auf dem Mars gelandet. An Bord ist auch das in Deutschland entwickelte Messgerät »HP3«, das sich in den Boden bohren kann und deshalb auch Mars-Maulwurf genannt wird.

»Der Ursprung der Marsmonde Phobos und Deimos ist immer noch unklar«, berichten Amirhossein Bagheiri von der ETH Zürich und seine Kollegen. Die beiden kleinen Himmelskörper sind unregelmäßig geformt und besitzen eine maximale Ausdehnung von 27 und 16 Kilometern – sind also im Vergleich zum irdischen Mond sehr klein. Der Mond der Erde hat einen Durchmesser von mehr als 3400 Kilometern.

Bisher gingen Planetenforscher davon aus, die Monde des Mars bestünden aus mehreren Asteroiden, die der Rote Planet aufgrund seiner Gravitation eingefangen hatte und die allmählich die Monde bildeten. Die neue Studie widerspricht der Theorie. Zudem zeigen die aktuellen Berechnungen, dass Mond Phobos in etwa 39 Millionen Jahren zerbrechen und einen Trümmerring um den Roten Planeten bilden wird.

Letzte gemeinsame Route vor Milliarden Jahren

»Ihre Form und ihre kraterübersäte Oberfläche deuten auf einen Ursprung aus dem Asteroidengürtel«, so die Forscher über die Monde des Mars weiter. Zwar ist ein Einfangen von Asteroiden prinzipiell möglich, doch die beiden Monde umkreisen den Mars auf nahezu kreisförmigen Bahnen in der Äquatorebene – und das lässt sich in einem solchen Szenario nur schwer erklären.

Eine alternative Erklärung wäre, dass die Monde in der Frühphase des Sonnensystems entstanden…