Hat sich Armin Laschet akribisch auf seine Wahl zum Parteichef vorbereitet – aber zu wenig auf die Zeit danach? Oder ist seine aktuelle öffentliche Zurückhaltung vor allem Taktik?

Armin Laschet ist viel in Landes- und Kreisverbänden unterwegs, manchmal vor Ort, zumeist per Onlineschalte. Er gibt dem „MittelstandsMagazin“, dem Organ des wichtigen Wirtschaftsflügels in seiner Partei, ein Interview zum Bürokratieabbau als Kernthema im Wahlkampf. Und hin und wieder steht er in Zeitungsinterviews Rede und Antwort. Gut vier Wochen nach seiner offiziellen Bestätigung als CDU-Chef gibt sich der NRW-Ministerpräsident vor allem viel Mühe, die Partei nach seinem knappen Sieg gegen Friedrich Merz zu einen.

So viel Mühe, dass manche in der CDU schon fürchten, Laschet könne einen ähnlichen Fehler machen wie seine Vorgängerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die hatte sich in den ersten Monaten nach ihrer Wahl im Dezember 2018 so sehr darauf konzentriert, die Truppen von Merz einzubinden, dass sich die eigenen Anhänger vernachlässigt fühlten. Es sei erstaunlich, dass Laschet drei Wochen vor den ersten Landtagswahlen des Jahres bundesweit medial relativ wenig präsent sei, ist nun in der CDU zu hören.

Über allem schwebt die K-Frage

Das erste Murren, das hinter vorgehaltener Hand laut wird, hat noch einen anderen Grund. Öffentlich, so heißt es, überlasse Laschet zu oft seinem Unionsrivalen um die Kanzlerkandidatur…