Im Prinzip gibt es drei Grenzübergänge zwischen Afghanistan und Iran. Doch nicht alle sind sicher, daher wird besonders einer für den Transport von Waren genutzt: der Kontrollposten von Islam Qala in der afghanischen Provinz Herat und dem iranischen Dogharun. Hier stauen sich regelmäßig unzählige Trucks, die auf dem Asian Highway 1 unterwegs sind. Sie bringen Lieferungen aus Iran ins wirtschaftlich schwache Afghanistan. Neben Lebensmitteln, Konsumgütern und Zement werden dabei auch große Mengen an Gas, Diesel und Benzin transportiert. Eine Ausnahme im US-Handelsembargo gegen Iran macht das möglich.

Am 13. Februar kam es in Islam Qala zu einer Katastrophe. Aus bisher unbekannten Gründen fing zunächst ein Tanklaster auf der afghanischen Seite der Grenze Feuer. Dann griffen die Flammen binnen kurzer Zeit auf benachbarte Fahrzeuge über. Die überforderten afghanischen Feuerwehrkräfte brauchten lange, um den Brand unter Kontrolle zu bekommen – und auch das gelang offenbar nur mit iranischer Hilfe. Die Schäden durch zerstörte oder später geplünderte Ladung liegen bei vielen Millionen Dollar.

Ein Satellitenbild des privaten Erdbeobachtungsunternehmens Planet Labs zeigt die Zerstörungen in Islam Qala nach dem Ende des Feuers: Hunderte ausgebrannte Fahrzeuge sind als eine schwarze Masse zu sehen. Ein halber Quadratkilometer ist verwüstet, die Aufräumarbeiten werden lange dauern. Gleichzeitig sind im Bildbereich links unten bereits wieder die ersten neuen LKWs im Grenzstau zu sehen. Die iranischen Grenzanlagen in Dogharun waren von dem Feuer offenbar nicht betroffen.

Viel mehr Trucks als vorgesehen

Nach offiziellen Angaben befanden sich zum Zeitpunkt des Brandes rund 2500 Trucks auf dem Gelände des Grenzpostens – dabei sind nur jeweils 700 vorgesehen. Grund für die besonders hohe Zahl war offenbar ein Streik der Fahrer gegen gestiegene Abgaben.

Zu den Folgen des verheerenden Feuers gibt es unterschiedliche Angaben. In manchen Berichten ist von rund 20 verletzten…