Forscherinnen und Forscher haben eine weitere Theorie, warum die Variante des Coronavirus mit der Abkürzung B.1.1.7 sich schneller ausbreitet. Demnach dauert die Infektion mit der Mutante länger – und vermutlich verlängert sich dadurch auch die Zeit, in der Infizierte das Virus an andere weitergeben können. Die Vermutung ist wichtig, weil sich die Variante auch in Deutschland ausbreitet und die Infektionszahlen erneut ansteigen lassen könnte.

Tatsächlich sinken die Infektionszahlen seit etwa einer Woche deutlich langsamer, die Kurve scheint ein Plateau zu erreichen. Die Sieben-Tage-Inzidenz ist bundesweit sogar leicht gestiegen auf aktuell 61. Experten warnen schon seit Längerem, dass die Infektionszahlen mit der Ausbreitung der ansteckenden Virusvariante steigen würden.

Ob dieser Trend nun eintritt, muss sich zeigen. Womöglich könnte es im Laufe der Woche Gewissheit geben, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) vergangene Woche in einer Pressekonferenz. (Eine ausführliche Analyse des aktuellen Infektionsgeschehens lesen Sie hier.)

Vor allem zwei eindeutige Argumente überzeugen Forscher, dass die neue Variante ansteckender ist:

Sie dominiert innerhalb kurzer Zeit nahezu das gesamte Infektionsgeschehen. Während in Deutschland die Fallzahlen zuletzt insgesamt sanken, hat sich der Anteil der Coronavirus-Mutante pro Woche nahezu verdoppelt.

Breitet sich die Variante in einer Phase aus, in der weniger strenge Corona-Maßnahmen gelten, steigen die Infektionszahlen rasant. Das zeigte sich besonders in Großbritannien, wo die Variante zuerst nachgewiesen worden war, und in Portugal. Portugal hatte zwischenzeitlich die höchste Inzidenz weltweit, dem Gesundheitssystem drohte der Kollaps. Das Land bat international um Hilfe, auch die Bundeswehr schickte Ärzte und Pfleger nach Portugal.

Anteil der Mutante in Bayern besonders hoch

Fest steht: Die Variante breitet sich auch in Deutschland rasant aus. In der vergangenen Woche wiesen 22 Prozent der in…