Barcelona kommt nicht zur Ruhe. Erneut kam es zu Ausschreitungen bei Protesten in der katalonischen Hauptstadt. Es ist bereits die sechste Krawallnacht in Folge: Wieder kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei.

Tausende Menschen protestieren seit Tagen in vielen Teilen Spaniens gegen die Verhaftung des Rappers Pablo Hasél . Hasél war wegen Beleidigung des Alt-Königs Juan Carlos und Gewaltverherrlichung zu neun Monaten Gefängnis verurteilt worden.

Der Rapper beruft sich auf die Meinungsfreiheit. Dabei wird er von anderen Kulturschaffenden unterstützt:

Roc Blackclock, Graffiti-Künstler
»Es ist einfach klar, dass es hier eine Menge zu tun gibt. Wir sind sehr spät dran. Denn es ist keine neue Sache. Der Fall Pablo Hasél hat es wieder offensichtlich gemacht, aber es gibt bereits andere, die schon seit Jahren ebenfalls inhaftiert sind.«

Seit Verabschiedung des »Gesetzes zum Schutz der Sicherheit der Bürger« 2015 landen immer wieder Künstler, Youtuber und Journalisten auf der Anklagebank.

Toni Marin, Bankangestellter
»Diese Graffitis zeigen, was unsere Gesellschaft wirklich denkt: Wir sind für Meinungsfreiheit – aber auch gegen die Freiheit, zu zerstören. Es ist gut zu protestieren, aber es soll friedlich bleiben. «

In Barcelona kam es vereinzelt zu Plünderungen, die Polizei nahm mehrere Menschen fest. Seit Beginn der Proteste am vergangenen Dienstag wurden in Barcelona mehr als einhundert Menschen festgenommen, darunter viele Minderjährige. 82 Polizisten und zahlreiche Demonstranten wurden verletzt.