Die «Jerusalema-Challenge» sollte in der Corona-Krise eigentlich die Stimmung aufhellen. Doch viele Teilnehmer des Tanzwettbewerbs bekamen stattdessen eine Rechnung ins Haus.

Nach dem Spaß kam die Ernüchterung. In der «Jerusalema-Challenge» hatten die Belegschaften von Verkehrsbetrieben, Krankenhäusern, Polizei- und Feuerwachen sowie unzähligen Vereinen und Organisationen noch ausgelassen zu dem gleichnamigen Song aus Südafrika getanzt.

Und ihre Musikvideos auf Youtube, Instagram und TikTok geteilt – doch dann flatterten in vielen Fällen Rechnungen ins Haus. Der Konzern Warner Music verlangte nachträglich Lizenzgebühren.

Die Forderungen haben nicht nur den Teilnehmern des Tanz-Wettbewerbs die Stimmung verdorben. Sie werfen auch ganz grundsätzlich die Frage auf, ob tatsächlich gesonderte Lizenzgebühren fälligwerden, wenn man ein Tanzvideo veröffentlicht, in dem urheberrechtlich geschützte Musik zu hören ist.

Rechteinhaber Warner Music verwies nach einem Aufschrei der Entrüstung der Betroffenen darauf, es sei in diesen «schwierigen Zeiten wichtiger denn je, dass Künstler und Künstlerinnen für ihre Musik bezahlt werden, wenn sie von Dritten genutzt wird, um ihre Reputation zu steigern.» Aber bekommt das Musiklabel nicht ohnehin Geld von Youtube, Facebook & Co.? Wie wird diese Extra-Forderung gerechtfertigt?