Es war die fünfte Krawallnacht in Folge: Nach der Verhaftung des Rappers Pablo Hasél hat es in Spanien erneut Ausschreitungen gegeben. In Barcelona wurden zahlreiche Geschäfte im Stadtzentrum geplündert und Barrikaden in Brand gesetzt.

Auch historische Gebäude wurden beschädigt, teilte die katalanische Polizei mit: etwa die Börse von Barcelona und das zum Weltkulturerbe der Unesco zählende Jugendstilgebäude Palau de la Música Catalana.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP nahm die Polizei in ganz Katalonien 38 Menschen fest. Auch in der Hauptstadt Madrid und in anderen spanischen Städten gab es Proteste.

Seit Dienstag finden in Spanien jeden Abend Demonstrationen statt. Sie begannen in Haséls Heimat Katalonien, weiteten sich inzwischen aber auch auf Madrid und andere Städte aus. Dabei kam es schon mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei. Insgesamt wurden schon mehr als hundert Menschen festgenommen, allein 95 in Katalonien.

Hasél verbarrikadierte sich in Universität

Hasél hatte 2016 den korruptionsverdächtigen Altkönig Juan Carlos, der sich inzwischen nach Abu Dhabi abgesetzt hat, einen »Dieb« und »Mafioso« genannt und ihn in einem Song verbal angegriffen. Dann weigerte sich der Katalane, die neunmonatige Haftstrafe anzutreten, und verbarrikadierte sich tagelang in der Universität seiner Heimatstadt Lleida. Als er am Dienstag von Polizisten schließlich abgeführt wurde, rief er mit erhobener Faust: »Wir werden niemals den Mund halten!«

Am Donnerstag wurde er zu einer weiteren Haftstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt, weil er in einem Verfahren gegen zwei Polizisten einen Zeugen bedroht haben soll.

In zwei offenen Briefen nahmen mehr als 300 Musiker, Schriftsteller, Schauspieler und Künstler Hasél in Schutz, darunter die Hollywood-Stars Pedro Almodóvar und Javier Bardem. Spanien stelle sich »auf eine Stufe mit Ländern wie der Türkei oder Marokko, wo ebenfalls Künstler im Gefängnis sitzen, weil sie staatlichen…