Von Breschnew bis Nawalny, von Interflug bis Easyjet: Der Flughafen Schönefeld hat bewegte Zeiten erlebt. Nun gehen dort die Lichter aus – womöglich für immer.

Wenn sich die Abendsonne vor seinen getönten Fenstern senkt, glänzt er wie früher der Palast der Republik: der einstige Zentralflughafen der DDR in Schönefeld ist Zeuge einer anderen Zeit. Er war für die Menschen in Ostdeutschland ein Tor zur Welt – mal weniger, mal mehr.

Aber wenn an diesem Montag die letzten Passagiere durch sind, schließen die Terminaltüren für lange Zeit. Gut möglich, dass es für immer ist.

Wer heute die Galerie vom Bahnhof zum Terminal entlang geht, begegnet kaum Menschen. Es ist wenig los. Sofia, Moskau, Mailand, Alicante – man braucht höchstens zwei Hände, um die täglichen Flüge zu zählen. Es gibt Tage ohne einen einzigen Start. Vor einem Jahr noch drängten sich in den engen Gängen die Passagiere. Heute herrscht Leere.

In Schönefeld gab DDR-Staatschef Erich Honecker dem sowjetischen Machthaber Leonid Breschnew den «sozialistischen Bruderkuss», nun könnte der letzte prominente Fluggast Alexej Nawalny gewesen sein. Der Kreml-Gegner checkte im Januar zum Rückflug nach Moskau ein.

«Wenn es gut läuft, machen wir wieder auf», sagt ein…