Die Volkswagen-Tochter Porsche punktet bei Investoren des Wolfsburger Autokonzerns auch wegen ihrer Elektroautostrategie. Für den Umbau zu einem Hersteller moderner Antriebe will Porsche-Chef Oliver Blume nun den Sparkurs verstärken und so mehr Mittel frei bekommen. »In den nächsten fünf Jahren planen wir nun insgesamt rund zehn Milliarden Euro, die das Ergebnis absichern. Ursprünglich waren es sechs Milliarden Euro gewesen«, sagte Blume der »Automobilwoche«. Es müsse in Elektrifizierung und Digitalisierung investiert werden. Hinzu kämen höhere Materialkosten für Batterien, das Parallelangebot an Antrieben oder die Qualifizierung der Mitarbeiter.

Mit dem Sparkurs will der Porsche-Chef absichern, dass trotz der Transformation des Autobauers eine Rendite von 15 Prozent erzielt wird. »15 Prozent sind in der Transformationsphase so viel wert wie 20 Prozent in früheren Zeiten«, so der Manager. Um die Einsparungen zu verstärken, sollen nach 2025 statt der bislang geplanten zwei Milliarden nun drei Milliarden Euro pro Jahr zusammengespart werden.

Für das laufende Jahr gibt sich Blume optimistisch: »Bei Porsche sind wir gut ins Jahr gestartet.« Der Hersteller liege über den Zahlen des Vorjahresmonats, der Auftragseingang der vergangenen Monate sei »prima, finanziell haben wir eine stabile Basis«. Dennoch beobachte er die Lage bei den Lieferanten täglich. Zudem sind international viele Handelsbetriebe noch wegen des Coronavirus geschlossen.

Blume deutete an, dass es zusammen mit dem kroatischen Elektropionier und Partner Rimac in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts einen Supersportwagen aus Zuffenhausen geben könnte. Im Moment sei aber noch nichts entschieden. Relativ konkret ist dagegen der Deal zwischen Bugatti und Rimac, bei dem Porsche mehr als nur Vermittler ist und seine Anteile an Rimac weiter erhöhen könnte. Hier soll laut Blume eine Entscheidung im VW-Konzern noch im ersten Halbjahr fallen.

Icon: Der Spiegel