Francesca Rattray hatte den Namen MacKenzie Scott noch nie gehört. Als sie an einem Morgen im vergangenen November einen Anruf von der Beratungsfirma Bridgespan Group erhielt, wusste sie nicht, was sie davon halten sollte. Jene Frau Scott, so beschied man ihr am Telefon, wolle ihrem Verein Geld spenden, ob sie ein paar Minuten Zeit habe für ein paar Fragen.

Rattray ist Leiterin des lokalen Büros der Frauenrechtsorganisation YWCA im texanischen San Antonio. Sie googelte den Namen, während der Mann am anderen Ende weiterredete. Dann begriff sie. Die MacKenzie Scott! Die Frau, die früher Bezos hieß. Die Ex-Gattin von Amazon-Chef Jeff Bezos. Die seit der Scheidung vor fast zwei Jahren eine der reichsten Frauen der Welt ist.

»Ich klammerte mich buchstäblich an meinem Schreibtisch fest und machte mich auf den Einschlag gefasst«, sagt Rattray. Dann nannte der Mann die Summe: eine Million Dollar. Keinerlei Bedingungen. Sie möge bitte eine geeignete Bankverbindung nennen. »Ich verlor die Fassung und fing an zu heulen.«