Budelmann, 34, leitet mit ihrem Mann Christoph ein mittelständisches Elektronikunternehmen in Münster, das Soft- und Hardware für die Industrie herstellt. Und sie ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Wirtschaftsjunioren, eines Zusammenschlusses von 10.000 Unternehmern und Führungskräften unter 40 Jahren.

SPIEGEL: Frau Budelmann, die Wirtschaft steckt seit einem Jahr in der Krise. Wie geht es Ihnen als Unternehmerin damit?

Budelmann: Die Erschöpfung ist massiv. Mir geht es vermutlich wie den meisten Eltern. Ich bin einfach müde und kann nicht die gleiche Leistung bringen wie jemand ohne Kinder. Ich sehe das ja auch bei meinen Mitarbeitern. Man rackert sich ab, macht alles parallel und kriegt dann nichts mehr richtig hin.

SPIEGEL: Haben Sie zwischendurch mal überlegt, alles hinzuwerfen?

Budelmann: Ehrlich gesagt bin ich froh, dass mein Unternehmen noch existiert und dass ich noch verheiratet bin. Aber es war ein hoher Preis, den ich gezahlt habe. Es hilft dir ja keiner. Wir standen ohne Kinderbetreuung da, mit einer dreijährigen Tochter in der schlimmsten existenziellen Krise der Firma und der schlimmsten persönlichen Krise, in der wir jemals waren, komplett allein, ohne Vorbilder.