Die „True News“-Seite der Armee in Myanmar sei wegen wiederholter Anstiftung zur Gewalt blockiert worden, teilte Facebook mit. Das US-Onlinenetzwerk hatte in den vergangenen Jahren bereits hunderte Seiten mit Verbindungen zur Armee gesperrt. 2018 blockierte Facebook die Konten von Militärchef Min Aung Hlaing und anderen Generälen.

In dem südostasiatischen Land herrscht Aufruhr, seit die bisherige De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi am 1. Februar bei einem Militärputsch entmachtet wurde. Hunderttausende Menschen beteiligten sich seitdem an Straßenprotesten gegen die Junta, mehrere hundert Menschen wurden festgenommen. Am Samstag gingen die Sicherheitskräfte mit massiver Gewalt gegen die Demonstranten vor. In der zweitgrößten Stadt Mandalay wurden mindestens zwei Menschen erschossen. Etwa 30 weitere Demonstranten wurden verletzt.

UN: „Gewalt ist inakzeptabel“

Nach den tödlichen Schüssen in Myanmar hat UN-Generalsekretär António Guterres seine Kritik am Militärregime bekräftigt. „Die Anwendung von tödlicher Gewalt, Einschüchterung und Schikanen gegen friedliche Demonstranten ist inakzeptabel“, schrieb Guterres im Kurznachrichtendienst Twitter. Jeder habe ein Recht darauf, sich friedlich zu versammeln.

Ähnlich äußerte sich das US-Außenministerium. Man sei „zutiefst besorgt über Berichte, wonach Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen haben“, erklärte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price. „Wir stehen an der Seite der Menschen“. Trotz des brutalen Einsatzes der Sicherheitskräfte versammelten sich am Sonntag allein in Mandalay mehrere Zehntausend Menschen, um der Opfer zu gedenken, wie die Nachrichtenportale „Frontier Myanmar“ und „Irrawaddy“ berichteten.

nob/sti (afp, epd)