Der Wintersturm in Texas hat dafür gesorgt, dass bis zu vier Millionen Menschen teils tagelang keinen Strom hatten. Doch auch manche derer, die nicht von der Versorgung abgeschnitten wurden, haben jetzt zu leiden – unter gigantischen Stromrechnungen.

In dem US-Bundesstaat ist das Stromnetz weitgehend vom Rest der USA abgetrennt und der Energieversorgermarkt stark dereguliert. Die Verbraucherinnen und Verbraucher haben deshalb zwar eine große Auswahl zwischen verschiedenen Versorgern. Doch manche der Unternehmen verlangen Großmarktpreise, was zu normalen Zeiten günstig für die Kundschaft sein kann, während Extremwetterphasen aber auch extrem teuer werden kann, weil der Bedarf dann größer ist als das Angebot. Während des Sturms stieg der Großhandelspreis um bis zu 10.000 Prozent.

Manche Haushalte sitzen deshalb nun auf Rechnungen in Höhe von 5000 oder gar 17.000 Dollar, für einen fünftägigen Verbrauch wohlgemerkt, wie Fotos in sozialen Medien zeigen.

Der Staat soll einspringen

Nach Angaben der »Dallas Morning News« hatte zumindest einer der Versorger seine Kunden kurz vor dem Sturm dazu gedrängt, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Doch dafür sei die Zeit oft zu knapp gewesen.

Betsy Price, Bürgermeisterin von Fort Worth und Sylvester Turner, Bürgermeister von Houston, sehen den Staat und auch Washington in der Verantwortung, die Rechnungen zu übernehmen. »Wenn die Menschen diese exorbitanten Rechnungen bekommen und außerdem ihre Häuser reparieren müssen, dann sollten sie nicht die Verantwortung dafür tragen«, sagte Turner dem Sender CBS News.

Gouverneur Greg Abbott berief am Wochenende eine Notfallsitzung ein, um darüber mit dem Abgeordnetenhaus zu sprechen. Generalstaatsanwalt Ken Paxton leitete eine Untersuchung der Stromanbieter, ihrer Notfallpläne und Preismodelle ein.

US-Präsident Joe Biden hat bereits den Katastrophenfall für Texas bewilligt, was Mittel aus dem Bundeshaushalt freimacht, etwa für den Wiederaufbau zerstörter oder…