Damit hatten wohl die Wenigsten gerechnet: Nach einer Stunde und 54 Minuten, einem umkämpften und zwei sehr einseitigen Sätzen hieß es in der Rod-Laver-Arena in Melbourne: Spiel, Satz, Sieg Djokovic! Erwartet worden war eher ein enges Duell zwischen dem Serben und dem in diesem Jahr so stark aufspielenden Russen Daniil Medvedev, der Ende letzten Jahres die ATP-Finals in London gewinnen konnte – die inoffizielle Tennis-Weltmeisterschaft. 

Der Russe wurde im Vorfeld mitunter sogar als Favorit gesehen und hatte vor dem Finale deutlich weniger Spielzeit absolvieren müssen als Djokovic. Der Serbe hatte zusätzlich noch mit einer Bauchmuskelverletzung zu kämpfen und war laut eigener Aussage auch unter Schmerzmitteln durch das Turnier gekommen. Dabei hatte er Deutschlands Nr. 1,Alexander Zverev, im Viertelfinale besiegt. Nach dem dominanten und lockeren Sieg des Russen im Halbfinale über den Griechen Stefanos Tsitsipas dürfte nicht zuletzt das Publikum auf ein spannendes Match mit hochklassigem Tennis und mehr als nur drei Sätzen gehofft haben – zumal schon das Finale der Frauen sehr einseitig war .

Gutem Beginn folgt Lehrstunde für Medvedev 

Die Nerven von Medvedev und die mentale Stärke Djokovics verhinderten vor rund 7.500 Zuschauern jedoch eine epische Finalschlacht. Insgesamt verzeichneten die Australian Open 2021 unter Pandemie-Bedingungen rund 130.000 Zuschauer. Durch einen zwischenzeitlichen Zuschauerausschluss wegen eines fünftägigen Lockdowns in Melbourne kamen keine höheren Zahlen zustande. Dennoch dürfen die Organisatoren das Turnier auch aus diesem Blickwinkel als Erfolg werten. 

Halbvolles Haus: Rund 7.500 Zuschauer sahen das Finale in der Rod Laver Arena

In die Spur des Erfolges fand Djokovic zu Beginn des Matches erst einmal nicht. Nach dem lockeren Dreisatz-Sieg im Halbfinale gegen den ungesetzten Russen Aslan Karatsev – bei seinem ersten Grand Slam überhaupt die große Überraschung des Turniers – machte Medvedev klar, dass er…