Die Rollen waren auch dieses Mal klar verteilt: Die DFB-Frauen, hinter den Weltmeisterinnen aus den USA auf Rang zwei der FIFA-Weltrangliste, gingen gegen die auf Weltranglistenrang 17 rangierenden Belgierinnen als klare Favoritinnen ins Spiel vor leeren Rängen auf dem Aachener Tivoli. Der Spielort war bewusst gewählt: Das Mini-Freundschaftsturnier im Dreiländereck zwischen Deutschland, Belgien und den Niederlanden wird in allen drei Ländern ausgespielt: Neben Aachen wird im belgischen Brüssel und im niederländischen Venlo gespielt. In Brüssel musste sich Belgien den Vizeweltmeisterinnen aus den Niederlanden bereits mit 1:6 geschlagen geben.

Ganz so hoch fiel die Niederlage am Sonntagabend gegen Deutschland nicht aus. 0:2 (0:1) hieß es am Ende aus Sicht der Außenseiterinnen aus Belgien. Aus deutscher Sicht war es ein solider Auftritt und ein verdienter Sieg, aber kein Grund zum überbordenden Jubel. Doch darum ging es Martina Voss-Tecklenburg und ihrem Team vielleicht auch gar nicht. Vielmehr wollte die Bundestrainerin im ersten Länderspiel des Jahres, exakt 500 Tage vor Beginn der Frauenfußball-EM 2022 in England, neue Spielerinnen testen.

Ärger um Hygienekonzepte 

Daraus wäre allerdings fast nichts geworden, denn das Mini-Turnier im Dreiländereck stand zuvor auf der Kippe. Der Grund – wie könnte es dieser Tage anders sein – war der Umgang mit der Corona-Pandemie, bzw. die unterschiedlichen Hygienekonzepte der Städteregion Aachen auf der einen und dem DFB auf der anderen Seite. „Hier gelten unsere Regeln und nicht die des DFB“, hatte Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent beim Gesundheitsamt der Städteregion Aachen, im Vorfeld der Partie der „ARD Sportschau“ gesagt und ging damit auf Konfrontationskurs. 

Streitpunkt waren die unterschiedlichen Quarantäne-Regelungen der Konzepte von Ziemons und dem DFB. „Ich finde es unmöglich, dass der DFB hingeht und uns eine Liste mit verschiedenen Fallkonstellationen schickt. Und dahinter steht dann immer ‚keine…