Die Luftfahrt steckt wegen Corona in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Die Nachfrage nach Flugtickets ist 2020 weltweit um zwei Drittel eingebrochen. Tausende Flugzeuge und Zehntausende Piloten bleiben teils seit vielen Monaten am Boden. Viele Jets wurden eingemottet, einige für immer stillgelegt, zahlreiche Besatzungen beurlaubt, in Kurzarbeit geschickt oder entlassen.

Weniger als die Hälfte der weltweiten Pilotenschaft ist nach Informationen des Luftfahrtportals FlightGlobal überhaupt noch hin und wieder in der Luft. Viele dieser Flugzeugführer bangen nun nicht nur um die Zukunft ihrer Arbeitsplätze – ihre Einsätze über den Wolken sind zudem so rar, dass es ihnen dort akut an jener Übung fehlt, die erst den Meister macht. Die Folge: In den Cockpits nehmen Unsicherheit, Stress und Fehler zu.

Vor allem US-Piloten nutzen die ASRS-Datenbank der Nasa, um anonym Vorfälle zu melden, die ihnen auf der Seele brennen. Hier erzählt ein Kapitän, dass er aus Versehen niedriger flog als von der Flugsicherung angewiesen. Da beichtet ein Co-Pilot, dass er es versäumt habe, die Heizung für vereisungsgefährdete Sensoren auf der Außenhaut des Jets anzustellen.