Die Commerzbank rechnet laut einem Zeitungsbericht im Zuge ihres geplanten Konzernumbaus mit massiven Einbußen bei den Kundenzahlen. Das Management der Bank erwarte den Verlust von 1,7 Millionen Kunden bis zum Jahr 2024, berichtete die „Welt am Sonntag“ unter Berufung auf das Umfeld der Bank. Die Bank selbst kommentierte die Informationen zunächst nicht.

Rund 300 Millionen Euro an Erträgen gehen der Bank laut den Erwartungen durch den Kundenabgang bis 2024 verloren, wie die Zeitung weiter berichtete. Dies solle durch Kreditwachstum und mehr Geschäft mit Unternehmens- und Geschäftskunden sowie sehr wohlhabenden Privatkunden ausgeglichen werden. Auch das Geschäft mit neuen Kunden solle helfen.

Das Institut steckt tief in den roten Zahlen, 2020 viel unterm Strich ein Konzernverlust von knapp 2,9 Milliarden Euro an. Der seit Jahresbeginn amtierende Commerzbank-Chef Manfred Knof hat sich vorgenommen, die Bank mit einem Radikalumbau wieder profitabel zu machen.

Knof will im Zuge der verschärften Restrukturierung fast jede zweite der 790 Filialen schließen und 10.000 Vollzeitstellen abbauen. Ende September vergangenen Jahres zählte der Konzern noch gut 39.600 Vollzeitstellen. Zudem sollen neue Preismodelle eingeführt werden. In diesem Zusammenhang wurde ein erhöhter Abgang von Kunden erwartet. Aktuell zählt das Institut rund elf Millionen Privat- und Firmenkunden.

Bereits im laufenden Jahr soll die Commerzbank nach dem Willen des neuen Chefs wieder schwarze Zahlen schreiben. Trotz Belastungen durch die Corona-Krise soll das Betriebsergebnis 2021 positiv sein, in drei Jahren dann auf 2,7 Milliarden Euro steigen. Bis Anfang Mai will Knof einen Sozialplan für den Jobabbau trockenen Tüchern haben.

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