Diesmal war es Torhüter Niklas Lomb: Der Ersatzmann des angeschlagenen Stammkeepers Lukas Hradecky trat in der fünften Spielminute im eigenen Strafraum am Ball vorbei und ermöglichte Augsburgs Angreifer Florian Niederlechner ein einfaches Tor. „Das ärgert mich natürlich brutal, dass ich so gepatzt habe“, sagte der 27-Jährige, der in Augsburg sein zweites Bundesliga-Spiel bestritt. „Die Mannschaft hat versucht, mir zur helfen. Das haben sie mit dem Ausgleich in letzter Sekunde geschafft. Schade, dass es nur zu einem Punkt gereicht hat.“

Zwar rettete der Treffer von Edmond Tapsoba das Ergebnis noch irgendwie, unter dem Strich war es aber dennoch einmal mehr zu wenig. Vor zwei Monaten, bis zum Spitzenspiel gegen den FC Bayern am letzten Spieltag vor der Weihnachtspause, war Bayer Leverkusen noch Tabellenführer. Vieles schien möglich mit einer Mannschaft, die kaum Fehler machte, spielerisch überzeugte und noch ungeschlagen war.

Saisonziel in Gefahr

Seitdem ist alles anders: Spielwitz und Gala-Fußball sind die Ausnahme geworden. Meistens scheitert das Team an seiner Ideenlosigkeit gegen defensiv stehende Gegner. Und in der eigenen Defensive häufen sich die Fehler. Von den vergangenen neun Bundesliga-Partien konnte die Werkself nur zwei gewinnen. Von 27 möglichen Punkten holte man gerade einmal neun. Außerdem schied man auf mehr oder weniger peinliche Weise gegen Viertligist Rot-Weiss Essen im DFB-Pokal aus. Auch in der Europa League muss nach dem 3:4 im Hinspiel bei Young Boys Bern um den Achtelfinaleinzug gebangt werden.

Ehrlich unzufrieden, aber machtlos: Bayer-Trainer Peter Bosz

In der Bundesliga heißt die bittere Realität statt Tabellenführung nach 22 Spieltagen Platz fünf. Das Team von Peter Bosz hat bereits fünf Punkte Rückstand auf die viertplatzierte Frankfurter Eintracht. Das Minimalziel, die Qualifikation für die Champions League, gerät in Gefahr. „In der Hinrunde waren wir sehr stabil. Das kommt aber auch daher, dass wir die Spiele gewonnen haben….