Wer Andrew Cuomo kritisiert, muss sich warm anziehen. New Yorks Gouverneur feuert aggressiv gegen alle, die ihn anzweifeln, korrigieren oder einfach nur hinterfragen – erst recht, seit er zum Corona-Helden Amerikas wurde.

Selbst Parteifreunde sind nicht immun gegen die berüchtigten Wutausbrüche des Demokraten. Das bekommt gerade auch der Landesabgeordnete Ron Kim zu spüren, der Cuomo wegen seiner Corona-Politik scharf angegriffen hat: Der Gouverneur habe ihn am Telefon angebrüllt und gedroht, seine Karriere »zu zerstören«, berichtete Kim. »Es war ein sehr traumatisierendes Erlebnis.«

Cuomo dementierte das, doch keilte sofort nach: Kim, ein gebürtiger Südkoreaner, sei ein Gauner, der eine alte Vendetta gegen ihn führe. Cuomo »kann mich verleumden, soviel er will«, gab Kim eiskalt zurück – das ändere nichts an seinem »tödlich inkompetenten Management«.

Der innerparteiliche Zank hat in der Tat einen fatalen Hintergrund. Ein Jahr nachdem New York zum globalen Brennpunkt der Pandemie wurde und Cuomo zum telegenen Retter, verlöscht sein Stern. Ein Skandal um die Todesopfer in Altersheimen schürt nun eine Revolte aus den eigenen Reihen, hinzu kommen konfuse Corona-Regeln, massive Impfprobleme sowie sein kruder Führungsstil. Republikaner wie Demokraten wollen ihn kaltstellen, das FBI ermittelt – und Cuomo macht mit seiner Sturheit alles nur noch schlimmer.