Zur Erinnerung: Der älteste Mensch der Welt ist die Japanerin Kane Tanaka, die im Januar 118 Jahre wurde. Als sie zur Welt kam, hatte die Glühlampe in Livermore schon fast zwei Dienstjahre auf dem Buckel. Das war damals schon mehr, als etliche moderne Glühlampen an Lebenszeit erreicht haben. Die Livermore-Lampe überlebte indes den Ersten und den Zweiten Weltkrieg, und auch durch den Kalten Krieg flackerte sie munter weiter. Bis im 21. Jahrhundert die Physikerin Debora Katz von der U.S. Marineakademie auf die kuriose Glühbirne aufmerksam wurde.

Katz wollte das Geheimnis des mysteriösen Lichtes lüften, das Ende des 19. Jahrhunderts produziert worden war. Doch die Enttäuschung war zunächst groß. Adolphe Chaillet, Schöpfer der Lampe, hatte keine Aussagekräftigen Unterlagen hinterlassen. Auch die Untersuchung erwies sich als kompliziert. Das Forscherteam um Katz durfte das gläserne Gehäuse der Glühbirne nicht öffnen, um die Antiquität nicht zu zerstören. Immerhin fanden die Physiker heraus, dass der Glühfaden der Livermore-Lampe nicht nur aus Kohle besteht, sondern auch achtmal so dick ist wie jener späterer Glühlampen.

Doch sind die Wissenschaftler damit tatsächlich der Formel des ewigen Lebens auf die Spur gekommen? Einst ein schnöder Gebrauchsgegenstand, ist die älteste Glühbirne der Welt inzwischen zu einer Attraktion geworden, die Touristen und Schulklassen anlockt. Sie baumelt immer noch von der Decke, wie eh und je. Gehört das gute Stück nicht in eine Museumsvitrine? Tom Bramell, einst Feuerwehrchef von Livermore, hat dazu seine eigene Meinung: »Es wird schon lange diskutiert, wie man die Lampe schützt. Meine beste Empfehlung war immer: Lasst sie in Ruhe! Sie braucht unsere Hilfe offenbar nicht«.

Ein schönes Wochenende wünscht Ihnen

Ihr

Frank Thadeusz

(Feedback & Anregungen?) 

Abstract

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