Die USA haben den früheren KZ-Wächter Friedrich Karl Berger nach Deutschland ausgeliefert. Nach SPIEGEL-Informationen wurde für die Überstellung des 95-Jährigen aus Tennessee nach Deutschland extra ein Ambulanz-Jet angemietet, der am Samstagvormittag in Frankfurt erwartet wird. Dort soll Berger nach Angaben aus Justizkreisen noch am Flughafen von deutschen Ermittlern befragt werden, da die Oberstaatsanwaltschaft Celle einen Prozess gegen ihn anstrebt.

Um das Schicksal von Berger war lange gerungen worden. Laut der US-Justiz war Berger als Wachmann in einem Außenlager des Hamburger Konzentrationslagers Neuengamme nahe dem niedersächsischen Meppen eingesetzt und damit „aktiver Teilnehmer in einem der dunkelsten Kapitel der Geschichte der Menschheit“. Berger war 1959 nach Tennessee gezogen, bezog aber über Jahre weiter seine deutsche Rente.

Schon Ende letzten Jahres verwarfen die US-Behörden alle Eingaben Bergers gegen seine Auslieferung nach Deutschland und betonten stattdessen, man biete Kriegsverbrechern keinen Schutz in den USA. Berger hatte seine Rolle als Wächter gegenüber US-Stellen zwar eingeräumt, allerdings habe er damals nur die Befehle seiner Vorgesetzten ausgeführt.

„Ich war 19 Jahre alt“, sagte er bei einem Gerichtsprozess, „mir wurde befohlen, dort hinzugehen.“

Berger hatte jahrelang unerkannt in den USA gelebt. Seine Rolle im Unterdrückungssystem der Nazis wurde erst durch den Fund von Karteikarten in einem versunkenen Schiff in der Ostsee geklärt. Aus dem Wrack wurden mehr als 2000 Dokumente über Wächter und anderes Personal, das in Konzentrationslagern tätig war, geborgen.

In der Begründung der Abschiebung Bergers durch die USA heißt es, in dem Außenlager des KZs seien damals Juden, Polen, Russen, Dänen, Niederländer, Franzosen und politische Gefangene inhaftiert unter „grauenhaften“ Bedingungen interniert gewesen, sie hätten „bis zur Erschöpfung und zum Tod“ arbeiten müssen.

Ob Berger, dem es seinem Alter entsprechend gesundheitlich gut…