Mehr als sechs Wochen nach der Erstürmung des US-Kapitols durch Anhänger von Ex-Präsident Donald Trump hat das Justizministerium Anklage gegen sechs weitere Verdächtige erhoben. Die Frauen und Männer hätten alle Verbindungen zu der rechten Miliz »Oath Keepers« oder seien Mitglieder. Einige von ihnen hätten Verbindungen zum Militär oder zur Polizei. Die Vorwürfe lauten unter anderem auf Verschwörung. Die Angeklagten sollen sich verabredet haben, die Zertifizierung der Ergebnisse der US-Präsidentenwahl zu behindern, wie am Freitag aus einer Mitteilung der Staatsanwaltschaft hervorging.

Das Justizministerium hatte bereits zuvor drei Mitglieder der Miliz angeklagt. Die Anklage gegen alle neun umfasst 21 Seiten und enthält unter anderem Auszüge aus E-Mails, Textnachrichten, Beiträgen in Facebook-Gruppen sowie Gesprächen, die über die Walkie-Talkie-App Zello geführt wurden.

Sieben von ihnen sollen bei der Erstürmung des Kongressgebäudes paramilitärische Ausrüstung getragen haben und im Stil einer taktischen Einheit des Militärs die Treppen des Kongressgebäudes hinaufmarschiert sein, eine Tür durchbrochen haben und in das Gebäude gestürmt sein.

»Trump hat gesagt, es wird wild!!!!!!!«

Einer der Angeklagten, der sich selbst als Anführer der »Oath Keepers« in Florida bezeichnet, schrieb den Ermittlern zufolge Ende Dezember in einer Nachricht auf Facebook: »Trump hat gesagt, es wird wild!!!!!!! Es wird wild!!!!!!! Er will, dass wir es WILD treiben, das ist, was er sagt. Er hat uns alle zum Kapitol gerufen und will, dass wir es wild treiben!!! Sir, ja, Sir!!!« Ein anderer Verdächtiger soll für sich und andere vor dem 6. Januar Schusswaffen- und Kampftraining organisiert haben.

Trump hatte am Tag der Bestätigung des Ergebnisses der Präsidentenwahl, bei der er verloren hatte, eine Kundgebung unweit des Weißen Hauses veranstaltet. Er wiegelte seine Unterstützer mit der Behauptung auf, dass ihm der Wahlsieg gestohlen worden sei. Im Anschluss kam es zur…