Schnell testen

»Ein Selbsttest«, sagt der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, »der zweimal pro Woche in Schulen oder in Betrieben eingesetzt wird, kann helfen, die Pandemie zu beenden«. Na denn, will man rufen, her mit den Dingern!

Tatsächlich überraschte Gesundheitsminister Jens Spahn vor ein paar Tagen mit der Botschaft, ab 1. März könne jeder mithilfe eines kostenlosen Schnelltests überprüfen, ob er infiziert ist oder nicht. Überrascht waren vor allem die Apotheker, Ärzte und Kommunen, die das kostenlose Testen organisieren müssten. Der Städte- und Gemeindebund dämpfte sogleich die Hoffnungen. Die Bürger sollten nicht glauben, dass ab dem 1. März »überall für alle« in großer Zahl Schnelltests zur Verfügung stehen.

Ein großes SPIEGEL-Team hat für einen Report recherchiert, ob uns Schnelltests tatsächlich schneller die Normalität zurückbringen können, warum Spahns Strategie Mängel hat und warum der Landkreis Böblingen schon weiter ist als andere.

Heute um 14 Uhr übrigens lädt der Gesundheitsminister zu einem Talk mit Experten ein, die Zuschauer können Fragen schicken (www.zusammengegencorona.de).

Kommando Chaos

Die Waffenamnestie ist ein Ritual, das in Deutschland alle paar Jahre vollzogen wird. Bei der letzten öffentlichen Sammlung Anfang 2018 kamen 71.000 Pistolen, Revolver oder Gewehre zusammen. Die Idee: Bevor Besitzer illegaler Waffen Blödsinn anstellen, sollen sie ihre gefährliche Ware lieber straffrei bei den Behörden abgeben dürfen.

Den gleichen Gedanken hatte offenbar der Chef des »Kommando Spezialkräfte« (KSK), der Eliteeinheit der Bundeswehr. Wie mein Kollege Matthias Gebauer herausgefunden hat, soll der General im Frühjahr 2020 in der KSK-Kaserne in Calw »Amnestie-Boxen« aufgestellt und seine Männer aufgefordert haben, Munition, die sie heimlich mit nach Hause genommen haben, dort anonym hineinzuwerfen. Am Ende lagen rund 50.000 Schuss gestohlener Munition in den Boxen, auch Handgranaten waren dabei.

Eigentlich hätte der…