Auseinandersetzungen zwischen Polizei und Demonstrierenden in Mandalay, der zweitgrößten Stadt Myanmars. Es gibt Verletzte und Medienberichten zufolge mindestens zwei Tote durch Polizeischüsse. In mehreren Städten des Landes gab es erneut Massenproteste – für gegen den Militärputsch vom 1. Februar, für die Rückkehr zur Demokratie und für eine Freilassung der entmachteten Regierungschefin Aung San Su Kyi, die unter Hausarrest gestellt wurde. Dabei gedachten die Teilnehmenden auch einer 20-jährigen Studentin. Die Frau am Freitag den Folgen eines Kopfschusses erlegen, den sie vergangene Woche bei einer Demonstration in der Hauptstadt Naypyidaw erlitten hatte.

Khin Maw Maw, Demonstratin
»Als Studentin und Mitglied der Studentenvereinigung und als Bürgerin tut es mir sehr weh, was ihr passiert ist – obwohl sie nicht zu meiner Familie gehört. Ihr Tod macht uns traurig, aber er gibt uns auch den Mut, in ihrem Sinne weiterzumachen. Ihren Platz müssen 100 Menschen einnehmen.«

Das Militär geht hart gegen die Demonstrationen vor, es lässt immer wieder das Internet abstellen und hat Hunderte Menschen festgenommen. mit aller Macht versuchen die Machthaber, die Proteste zu ersticken. Bislang ohne Erfolg. »Wir wollen keine Militärregierung«, »Schluss mit der Diktatur« – Plakate in Yangon, wo verschiedene ethnische Minderheiten gemeinsam gegen den Putsch auf die Straße gingen. Und bei diesem Auftritt ebenfalls in Yangon wurde gegen die neuen Machthaber gerappt. Man werde weiter gegen die Diktatur protestieren, sagt der Rapper »Oshio« – und zwar mit der neu gegründeten Bewegung »Rap gegen das Militär«. Im Ausland wächst die Sorge: Der Uno-Sondergesandte für Myanmar, Tom Andrews, äußerte die Befürchtung, dass die Gewalt in dem Land eskalieren könnte.