Bereits in der Vergangenheit hat Janine Wissler ihre Ablehnung gegenüber Auslandseinsätzen der Bundeswehr zum Ausdruck gebracht. Eine Woche vor der geplanten Neuwahl der Parteispitze der Linken hat die voraussichtliche künftige Co-Chefin diese Position nun noch einmal deutlich gemacht.

»Ich sehe bei Bundeswehreinsätzen, anders als bei anderen Fragen, gar keine Möglichkeit für Kompromisse«, sagte die hessische Linksfraktionschefin und derzeitige stellvertretende Parteivorsitzende dem »Tagesspiegel« (Sonntags-Ausgabe). »Ein bisschen Krieg gibt es nicht.« Die Linke werde keiner Regierung beitreten, die Auslandseinsätze beschließe.

Wissler äußerte sich im Doppel-Interview mit ihrer voraussichtlichen künftigen Co-Vorsitzenden, der Thüringer Linken-Chefin Susanne Hennig-Wellsow. Diese zeigte sich offen für friedenserhaltende Missionen unter dem Dach der Vereinten Nationen. »Ich kann mir bestimmte klassische Blauhelm-Einsätze vorstellen, wie in Zypern beispielsweise«. Solche Einsätze müsse man sich »im Einzelfall anschauen«. Zugleich warb Hennig-Wellsow dafür, dass die Linke das Regieren als Chance betrachtet. »Die Linke muss ein klares Bekenntnis zur Verantwortung abgeben.«

Wissler und Hennig-Wellsow werden aller Voraussicht nach am kommenden Samstag das bisherige Führungsduo Katja Kipping und Bernd Riexinger nach fast neun Jahren an der Linken-Spitze ablösen. Die Wahl soll bei einem Online-Parteitag stattfinden. Andere aussichtsreiche Kandidaten gibt es nach jetzigem Stand nicht.

Linke kritisiert Ausweitung des Nato-Einsatzes im Irak

Bereits am Freitag war die von Deutschland mitgetragene geplante Ausweitung des Nato-Einsatzes im Irak auf scharfe Kritik der Linken gestoßen. »Die Bundeswehr droht im Irak in einen neuen Nato-Krieg geschickt zu werden«, erklärte die Linke-Außenpolitikerin Sevim Dagdelen.

Die Nato-Verteidigungsminister hatten am Donnerstag vereinbart, die Ausbildung irakischer Truppen regional auszudehnen. Das könnte nach Angaben des…