von Daniel Bakir

19.02.2021, 12:41 Uhr

Sind lokale Ladenöffnungen der Ausweg für den Einzelhandel aus dem Lockdown? Handelsexperte Marco Atzberger vom EHI Retail Institute warnt vor Shopping-Tourismus – und erklärt, wie grundlegend sich die Innenstädte verändern werden.

Herr Atzberger, noch immer ist unklar, wann und wie der Einzelhandel wieder öffnen kann. In Aussicht stehen lokale Öffnungen, sofern in bestimmten Gebieten eine stabile Inzidenz unter 35 erreicht ist? Erscheint Ihnen das praktikabel?

Wie groß diese lokalen Einheiten sind, in denen die Inzidenz unter 35 erreicht werden muss, ist ja noch unklar. Wenn das auf die Landkreise heruntergebrochen wird, könnten einzelne Kreise leicht zur Shopping-Destination für die Umgebung werden. So einen Shopping-Tourismus müssen wir vermeiden, weil wir sonst Ansammlungen von Menschen bekommen, die wir so nicht haben wollen.

Also die Läden nicht zu kleinteilig öffnen?

Kleinteilige Öffnungen erscheinen mir sehr problematisch, wenngleich für den einzelnen Händler schwer nachzuvollziehen ist, warum er geschlossen bleiben muss, wenn die Inzidenz bei ihm niedrig ist. Aber je kleiner die Landkreise sind, die öffnen, desto schneller…