Die Coronavirus-Mutationen aus Großbritannien, Südafrika und Brasilien verbreiten sich schnell, Impfstoffe schützen gegen die Variante B.1.1.7 aus Großbritannien, aber gegen die aus Südafrika und Brasilien eventuell weniger. Eine dritte Impf-Dosis könnte helfen. Doch so einfach ist es nicht.

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Bei dem AstraZeneca-Impfstoff besteht die Gefahr, dass der in der dritten oder eben auch in der vierten Dosis überhaupt nicht mehr wirksam ist, weil der auf Vektorviren basiert und der Körper kann auch eine Immunantwort gegen diese Vektorvirenentwickeln, greift die dann an und dann wirkt der Impfstoff nicht mehr. Bei den mRNA Impfstoffen ist das Problem ein bisschen anders gelagert. Da ist es so, dass bei einer dritten oder vierten Dosis die Nebenwirkungen zu stark werden könnten.«

Um Nebenwirkungen gab es zuletzt ohnehin Aufregung. Hier ist es wichtig, zu unterscheiden: zwischen echten Nebenwirkungen und normalen Impfreaktionen.

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Das Immunsystem setzt sich mit dem Impfstoff auseinander. Nur so kann die Impfung wirken, heißt: Zu einem gewissen Grad sind diese Reaktionen erwünscht.«

Typsiche Impfreaktionen sind Fieber, Kopfschmerzen, Übelkeit, Schmerzen an der Einstichstelle, Gliedschmerzen, Schüttelfrost, Müdigkeit.

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Einige davon, wie Schmerzen an der Einstichstelle, kommen mitunter auch schon zu über 80 prozent vor. Also fast jeder bekommt die. Die sind nicht schlimm. Also die gehen von alleine wieder weg. Aber man muss einfach wissen, die können kommen und sie kommen auch zu einem großen Anteil. Sind aber nicht gefährlich.«

Gefährlich werden können zum Beispiel allergische Reaktionen. Die sind aber sehr viel seltener und man ist auf sie vorbereitet.

Julia Merlot, DER SPIEGEL:
»Die Zentren haben sich auch darauf eingestellt. Heißt: Alle Leute, die die Impfung bekommen, werden auch 15 bis 30 Minuten nach beobachtet, um eben schnell reagieren zu können, falls sowas auftritt. Dann gibt’s aber…