Der bekannte Trump-Unterstützer und Gründer der US-Militärfirma Blackwater, Erik Prince, ist laut einem vertraulichen Uno-Berichts einer der Drahtzieher einer geheimen Söldner-Operation in Libyen. Prince habe demnach im April 2019 dem libyschen Warlord Chalifa Haftar eine Militär-Operation vorgeschlagen, die der General in seinem Kampf gegen die international anerkannte Regierung des Landes helfen sollte. Der Uno-Bericht, der am Donnerstag dem Sicherheitsrat präsentiert wurde, liegt der Deutschen Presse-Agentur in Teilen vor.

Demnach sollte die laut »New York Times« 80 Millionen Dollar teure »Operation Opus« Haftar in seinem Kampf mit bewaffneten Flugzeugen, Aufklärungsflügen, Booten sowie mit einem Programm zur Entführung und Tötung von hochrangigen feindlichen Personen unterstützen. Prince habe in der Folge Kriegsflugzeuge ins Land gebracht und damit gegen das geltende Waffenembargo für das Bürgerkriegsland verstoßen. Welche Konsequenzen das für Prince haben wird, ob etwa seine Konten eingefroren werden, ist derzeit noch unklar.

Über die Mission hatte die Deutsche Presse-Agentur bereits im Mai unter Berufung auf Uno-Experten berichtet – allerdings ohne die Information, dass Prince eng mit ihr verbunden war. Der ehemalige Elitesoldat der Navy SEALs ist der Gründer und ehemalige Geschäftsführer von Blackwater, das 2009 in Xe Services umbenannt wurde und mittlerweile Academi heißt. Prince hatte das Unternehmen 2011 verlassen. In den vergangenen Jahren war er immer wieder mit engen Kontakten zu Ex-Präsident Donald Trump und seinem Umfeld aufgefallen. Er ist zudem der Bruder der ehemaligen US-Bildungsministerin Betsy DeVos.

Blackwater-Mitarbeiter waren 2007 im Auftrag der USA im Irak stationiert. Im September 2007 hatten einige von ihnen auf einem Platz in Bagdad das Feuer eröffnet und dabei 17 unbewaffnete irakische Zivilisten getötet. Vier Blackwater-Söldner wurden daraufhin zu langen Haftstrafen verurteilt. Der Schütze, der das Feuer eröffnet…