von Hans-Martin Tillack
sowie
von Thomas Steinmann
19.02.2021, 11:19 Uhr

Der damalige Wirecard-Vorstand Jan Marsalek sprach im Februar 2020 von einem Treffen mit dem damaligen US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell. Der bestreitet vehement, dass es dieses Treffen gab. Interne Unterlagen geben Marsalek recht.

Wer ist glaubwürdiger? Der flüchtige Ex-Wirecard-Manager Jan Marsalek, der Millionen Euro veruntreut haben soll? Oder Richard Grenell, der jahrelang unter dem US-Präsidenten und Rekordflunkerer Donald Trump amerikanischer Botschafter in Deutschland war?

Sicher ist: Grenell ist keinerlei Straftat verdächtig. In zumindest einer konkreten Frage spricht die Beleglage jetzt aber eher dafür, dass eine Aussage von Marsalek über ein Treffen der beiden Männer zutrifft und nicht ein Dementi von Grenell – was immer man Marsalek sonst zur Last legen mag.

Er hatte im Telegram-Chat mit einer Mitarbeiterin am 13. Februar 2020 um 14.27 Uhr davon gesprochen, dass er um 15 Uhr „beim amerikanischen Botschafter zum Kaffee“ verabredet sei, also mit dem damaligen Diplomaten Grenell. Der stern und „Capital“ berichteten vor gut zweieinhalb Wochen darüber. Kurz darauf zitierte auch die „Zeit“ den Telegram-Eintrag, verlegte den Termin aber fälschlich auf Januar 2020 – was wiederum das US-Portal „Forensic News“ zitierte, zusammen mit…