Der Ökonom Peter Bofinger fordert steuerfinanzierte Einkaufsgutscheine für jeden Bundesbürger, auch für Kinder. Seine Idee: Die »Lockup-Voucher«, so der Namensvorschlag von Bofinger, sollen nur in Betrieben einsetzbar sein, die durch den Corona-Shutdown hart getroffen wurden und schließen mussten. Profitieren könnten neben Geschäften auch Restaurants, Fitnessstudios oder Kultureinrichtungen. Um einen zu großen Andrang zu vermeiden, schlägt Bofinger im SPIEGEL vor, die Gutscheine nach einem Zufallsverfahren zuzuteilen und die Gültigkeit jeweils auf einen bestimmten Monat zu begrenzen.

»Konzipiert man das Programm für die Monate April bis Dezember 2021, würde die zusätzliche Nachfrage gleichmäßig über die verbleibenden Monate des Jahres verteilt«, sagt der Volkswirt, der an der Universität Würzburg lehrt. Bei 83 Millionen Berechtigten beliefen sich die Kosten für den Fiskus auf 4,15 Milliarden Euro.

»Administrativ einfach zu gestalten«

Die Betriebe könnten die Gutscheine bei ihrer Bank wie Bargeld einzahlen. Die Banken würden die Wertgutschriften an die Bundesbank weiterreichen, die mit dem Finanzministerium abrechnen würde. Das sei »administrativ einfach zu gestalten«, wirbt Bofinger für seine Idee. Nach dem Shutdown müssten »gezielt die Unternehmen und Selbstständigen unterstützt« werden, »die durch die Schließung ihres Betriebs massive Einkommensverluste hinnehmen mussten«, sagt Bofinger.

Eine Gruppe Abgeordneter der Grünen forderte bereits im April vergangenen Jahres Konsumgutscheine, um den lokalen Einzelhandel zu unterstützen. In dem Papier zu den sogenannten Kauf-vor-Ort-Gutscheinen hieß es, jeder Bürger solle einen Gutschein im Wert von 250 Euro erhalten – dieser könne »nur im stationären Handel, für stationäre Dienstleistungen oder in der Gastronomie« eingelöst werden. Ausgenommen seien Geschäfte, die nicht vom Shutdown betroffen gewesen seien. Der Gutschein dürfe zudem nicht im Onlinehandel verwendet…