Heute geht es um Begegnungen auf der virtuellen Münchner Sicherheitskonferenz, um den davor tagenden G7-Gipfel und um Corona-Experten.

Mit Sicherheit hochrangig

Wieder ein Ereignis, das seines Charmes beraubt ist, weil es in die digitale Welt abgedrängt wurde. Die Münchner Sicherheitskonferenz findet heute im verkürzten Dreieinhalb-Stunden-Format statt, als »Special Edition«. Das reguläre Treffen, hofft Organisator Wolfgang Ischinger, könne dann später im Jahr nachgeholt werden. Der Mann ist ein Optimist.

Tatsächlich braucht diese Konferenz den fassbaren Raum, die engen, wuseligen Gänge im Bayerischen Hof in München, das zufällige oder geplante Aufeinandertreffen von Freund und Feind, die situative Atmosphäre. Sie ermöglicht es erst, ein Gespür für die außenpolitischen Stimmungen zu bekommen.

Einzigartig die Kälte, die 2019 der damalige US-Vizepräsident Mike Pence ausstrahlte, nachdem Angela Merkel in ihrer vielleicht besten Rede den Multilaterismus gepriesen hatte und dafür mit standing ovations bedacht wurde.

Ungewohnt emotional, wie Wladimir Putin 2007 einen Brachialangriff auf die USA und die Nato fuhr, oder 2003, dem Jahr des Irakkriegs, als der grüne Außenminister Joschka Fischer sich den damaligen US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld zur Brust nahm.

Emotionale Ausbrüche sind heute eher nicht zu erwarten, das Feld aber ist hochkarätig besetzt: Joe Biden, Emmanuel Macron und Boris Johnson, sind dabei, Uno-Generalsekretär António Guterres, WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus, Bill Gates, Ursula von der Leyen und andere.

Es ist das erste Mal nach der amerikanischen Präsidentschaftswahl, dass Angela Merkel und der US-Präsident die Gelegenheit haben, länger miteinander zu sprechen – abgesehen vom G7-Gipfel, der zuvor stattfindet. Da trifft es sich gut, dass beide auf einem gemeinsamen Panel sitzen, Thema: eine neue transatlantische Agenda.

Merkel und Biden verbindet eine gemeinsame Begegnung auf der Sicherheitskonferenz. Es war 2015, die…