Christiane F. – dieser Namen war Ende der 1970-er und Anfang der 1980-er Jahre in aller Munde. Grund war das biografische Buch „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“, erschienen 1978, das am Beispiel der minderjährigen Christiane Felscherinow das Schicksal drogenabhängiger Kinder und Jugendlicher in Berlin schildert. Das Buch wurde zum Skandal, weil es aufzeigte, wie die Gesellschaft die Allerschwächsten – die Kinder – im Stich ließ.

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ war aus Interviews entstanden, die zwei deutsche Journalisten des Nachrichtenmagazins „Stern“ über Monate mit der Protagonistin Christiane F. geführt hatten. Daraus entstand ein verstörender biografischer Bericht, erzählt aus der Perspektive eines Mädchens, das mit 13 Jahren zum ersten Mal Heroin snieft, sich prostituiert und sich in der Drogenszene am Bahnhof Zoo in Berlin herumtreibt.

Christiane F.: in der Neuverfilmung gespielt von Jana McKinnon

Regisseur Uli Edel verfilmte die Geschichte 1981 und sparte bei seinen äußerst drastischen Schilderungen der Lebensumstände der heroinabhängigen Christiane F. keine Details aus.

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ sorgte für einen Skandal

Sowohl das Buch als auch die Verfilmung des Stoffs brachte in der Bundesrepublik Deutschland eine gesellschaftliche Debatte in Gang. Die Schilderungen von Heroinsucht und Beschaffungskriminalität mitten in West-Berlin standen im krassen Gegensatz zur Selbstwahrnehmung einer Nation, die sich im wirtschaftlichen Wohlstand eingerichtet hatte. „Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ konfrontiert diese Gesellschaft auf schonungslose Weise mit Heroinsucht, Prostitution und Kriminalität von Kindern und Jugendlichen.

„Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ folgt insgesamt sechs Jugendlichen, die in die Drogensucht abrutschen

Die Reaktionen waren paradox: Einerseits gab es in der Öffentlichkeit einen großen Aufschrei darüber, dass eine wohlhabende Gesellschaft nichts gegen diese Zustände unternahm. Immerhin sind die in dem Buch erwähnten Freunde von…