Die Corona-Pandemie ist das größte Problem der Gegenwart – die großen Pharmaunternehmen sollten daher die Lizenzen ihrer Impfstoffe teilen. Das forderte Uno-Generalsekretär António Guterres zur Eröffnung der Münchner Sicherheitskonferenz. »Wir brauchen einen globalen Impfplan«, sagte Guterres. Wenn nur in Industrieländern geimpft werde, dann mutiere das Virus in den übrigens Staaten und werde nur gefährlicher zurückkommen. »Wir müssen unbedingt die ganze Welt mobilisieren, damit jeder so schnell wie möglich geimpft wird.«

Bisher behalten Konzerne wie Biontech/Pfizer die Lizenzen ihrer Vakzine für sich, um allein am Impfstoff zu verdienen. Mit einer Freigabe der Formeln könnten mehr Unternehmen gemeinsam an der Wirksamkeit der Impfstoffe forschen – und es könnte womöglich deutlich mehr produziert werden.

Guterres forderte daher, eine internationale »Impf-Taskforce« zu bilden: »Die Länder, die die Macht, die wissenschaftliche Perspektive und die Kapazitäten haben, im großen Maß Impfstoffe herzustellen, müssen wir zusammenbringen.« Eine faire Verteilung der Impfstoffe sei »entscheidend für die Rettung von Menschenleben und Volkswirtschaften«. Das vergangene Jahr habe gezeigt, dass Nationalisten an der Bekämpfung der Pandemie in ihren Ländern gescheitert seien – nur gemeinsam könne man es schaffen. »2021 muss das Jahr sein, in dem wir in der Pandemie den Kurswechsel hinlegen.«

Reden von Merkel und Biden erwartet

Der Uno-Generalsekretär sprach nach einem Grußwort des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) als erster Redner der diesjährigen Sicherheitskonferenz. Das Treffen gilt als das weltweit bedeutendste Expertentreffen zur Sicherheitspolitik – dieses Mal findet es nicht live in München statt, sondern Corona-konform nur virtuell. Neben Guterres sind unter anderem auch US-Präsident Joe Biden und Bundeskanzlerin Angela Merkel zugeschaltet.

Neben der Corona-Pandemie machte Guterres die Erderhitzung und Waffengewalt als…