Ein Jahr danach
„Sie sind nicht umsonst gestorben“: Hanau gedenkt der Opfer des Anschlags

Sehen Sie im Video: 500 Menschen gedenken der Todesopfer von Hanau.

Gedenken an die Opfer des rassistischen Anschlags von Hanau vor einem Jahr. Auf dem Hauptfriedhof der Stadt kamen am Freitag rund 500 Angehörige und Bürger zusammen, um gemeinsam zu trauern. Auf dem Friedhof sind einige der neun Todesopfer begraben. Zudem gibt es Gedenksteine für die weiteren sechs Todesopfer. Am 19. Februar 2020 hatte ein Deutscher in zwei Shisha-Bars und einem Kiosk in Hanau neun Menschen erschossen. Alle Todesopfer hatten ausländische Wurzeln. Nach der Tat tötete der Mann seine Mutter und sich selbst. Wenige Tage vor dem Verbrechen hatte der 43-Jährige Videos und Mordfantasien im Internet verbreitet. Die Bundesanwaltschaft attestierte ihm eine zutiefst rassistische Gesinnung. Zudem ergab ein Gutachten eine psychische Störung. Auf dem Friedhof am Freitag dabei war auch der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek: „Unsere Botschaft ist, dass die Opfer nicht umsonst gestorben sind. Unsere Botschaft ist, dass niemals Rassismus und Terrorismus obsiegen wird in dieser Stadt und in Deutschland. Unsere Botschaft ist, dass Landsleute, Deutsche gestorben sind und dass wir ihrer Gedenken, ihre Namen hochhalten und vor allen Dingen den Familien versuchen, ein Stück weit Trost zu geben.“ In Hanau waren am Freitag zahlreiche Veranstaltungen im Gedenken an die Opfer geplant. Neben einer Gedenkfeier, an der auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier teilnimmt, gibt es viele Aktionen gegen Rassismus. Daran beteiligen sich Vereine, Unternehmen, Schulen und Religionsgemeinschaften.

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